Seit 12 Jahren brunchen wir alle zwei Wochen. 312 Brunches. Niemand zählt mit, außer uns.
Im Februar war unser zwölfter „Brunch-Jubiläum". Was ich Kerstin geschenkt hab — und was sie mir vier Wochen später zurückgeschenkt hat.
Eine Tradition, die seit Februar 2014 jeden zweiten Sonntag stattfindet — durch zwei Trennungen, eine Hochzeit, eine Beförderung und drei Eltern-Krankenhausaufenthalte. 312 Brunches. Was ich Kerstin zum 12. „Brunch-Jubiläum" geschenkt hab.
Kerstin und ich haben uns 2014 kennengelernt — beide gerade aus langen Beziehungen raus, beide damals in Therapie bei einer Therapeutin, die uns wärmstens ans Herz gelegt hat, „rauszugehen, neue Menschen zu treffen, nicht zu Hause zu versumpfen". Eine gemeinsame Bekannte hat uns auf Facebook getaggt: „Ihr beide solltet euch unbedingt mal treffen." Sehr 2014.
Erstes Treffen: 9. Februar 2014, Café im Glockenbachviertel, 10 Uhr morgens. Sie war zehn Minuten zu spät, ich war fünf Minuten zu früh, wir haben drei Stunden geredet. Beim Verabschieden sagte Kerstin: „Same time, same place, two weeks?" Ich hab genickt. Wir hatten beide nichts Besseres vor.
Zwölf Jahre später. 312 Brunches. Wir haben mal ausgerechnet — wirklich, mit Excel — und sind auf 312 gekommen. Wir haben in 12 Jahren vier Mal abgesagt: zweimal Krankheit, einmal Reise, einmal Beerdigung von Kerstins Vater. Sonst: jeden zweiten Sonntag, ohne Diskussion, ohne Verabredung. Es ist da. Wie der Mond.
Was wir bei 312 Brunches alles erzählt haben
Es ist schwer in einem Absatz zusammenzufassen, was 312 Brunches enthalten. Lass es mich versuchen.
Wir haben uns gegenseitig beim Wieder-Daten begleitet. Sie hat mich 2017 nach drei Bier dazu gedrängt, dem Mann zu schreiben, der jetzt mein Mann ist (Tom, wir sind seit 2019 verheiratet). Ich hab sie 2020 begleitet, als sie ihre Stelle als Senior PM bei einem Tech-Start-up bekommen hat — sie hatte den Vertrag dabei, wir haben ihn beim Brunch gemeinsam durchgelesen.
Wir haben über Eltern geredet (ihr Vater hat Demenz, mein Vater hatte 2022 einen Herzinfarkt, beide haben überlebt). Wir haben über Kinder geredet (ich hab eines, Kerstin nicht, will keine, beides okay). Wir haben über Geld geredet, über Therapie, über Sex, über Politik, über die alte Vermieterin von Kerstin, die im Treppenhaus heimlich raucht. Wir haben über NICHTS geredet — viele Brunches sind 60% Schweigen über Croissants.
Zwölf Jahre Freundschaft. Drei Stunden alle vierzehn Tage. Mehr Zeit braucht es nicht.
Wie ich auf die Idee gekommen bin, was zu schenken
Ich hab Anfang Januar realisiert, dass im Februar unser zwölfter „Brunch-Jubiläum" ist. Das ist nichts, was wir je explizit gefeiert hätten — wir reden nicht so darüber. Aber 12 Jahre ist eine Zahl, mit der ich was anfangen wollte.
Was schenkt man jemandem, mit dem man seit 12 Jahren ein Ritual hat, ohne dass das Ritual jemals besprochen wurde? Pralinen wäre lächerlich (wir haben uns 312 Brunches lang Croissants und Lachs geteilt). Karte wäre hohl. Reise — wir reden alle 2 Wochen, wir brauchen keinen Reise-Anlass.
Ich wollte was, das den Brunch-Sonntag verlängert. Etwas, das auch dazwischen — die 13 Tage zwischen jedem Brunch — daran erinnert, dass der nächste Sonntag wieder ist. Ein kleiner Anker, der mit uns zwischen den Brunches lebt.
Was eine andere Brunch-Bekannte mir erzählt hat
Eine Brunch-Bekannte (eine andere Frau, mit der ich auch ab und zu am Sonntag Kaffee trinke, aber die ich bewusst NIE Kerstins-Brunch-Tag nehme) hat mir mal von einem Armband-Set erzählt, das sie ihrer Schwester geschickt hat. Sie meinte: „Daniela, du wirst es wissen wenn du's anschaust."
Ich hab den Link bekommen, mir die Seite eine Stunde angeschaut. Edelstahl, hypoallergen, lebenslange Garantie auf die Gravur. Ich hab das Herzensfreundin-Armband bestellt — eines in Silber für Kerstin, eines in Roségold für mich. Hier hab ich's bestellt.
Ich hab das Herzensfreundin-Design ausgesucht. Von den Designs war das das einzige, das nicht „Schwester" oder „Soul Sister" sagte — was wir nie wären. Herzensfreundin ist genau das, was 12 Jahre Brunch-Sonntag zwischen uns ist, ohne dass man's erklären muss.
Brunch Nr. 312
9. Februar 2026. Zwölf Jahre auf den Tag genau. Ich hatte das Päckchen in meiner Mantel-Innentasche, ich hab nicht angekündigt, dass ich was mitbringe. Wir haben wie immer bestellt — sie Lachs-Bagel, ich Pancakes mit Beeren, beides der gleiche Standard seit 9 Jahren.
Beim zweiten Kaffee hab ich das Päckchen über den Tisch geschoben. Kerstin hat mich angeschaut wie ich seit 12 Jahren weiß, dass sie schaut: ein bisschen skeptisch, ein bisschen amüsiert, ein bisschen „Daniela, was machst du jetzt schon wieder?"
Sie hat ausgepackt. Sie hat das Armband angeschaut. Sie hat die Gravur gelesen. Sie hat zwei Sekunden lang nichts gesagt. Dann hat sie es angelegt, sich wieder hingesetzt, und gesagt: „Daniela, das ist die schönste Sache, die mir jemand seit Jahren geschenkt hat. Und du hast nichts gesagt. Du hast es einfach gemacht. Wie wir es immer machen."
Der Twist vier Wochen später
Brunch Nr. 314 — vier Wochen nach Brunch 312, also Anfang März. Wir treffen uns wieder. Kerstin trägt das Armband, ich trage meines. Wir haben nicht groß drüber geredet, aber beide ab und zu drauf geschaut, kurz, fast unauffällig.
Beim zweiten Kaffee schiebt Kerstin mir ein Päckchen über den Tisch. Ich hab gelacht: „Kerstin, du Idiotin." Sie hat zurückgelacht: „Du erst."
Sie hatte die EXAKT gleiche Bestellung gemacht. Vier Wochen vorher. Eine Stunde nachdem sie meines aufgemacht hatte. Sie hatte mir auch ein Set bestellt — eines in Silber für sie, eines in Roségold für mich. Auf der Gravur stand: „Daniela, Stuhl gegenüber, jeden 2. Sonntag."
Ich hab geweint. Sie hat gelacht. Wir haben jetzt beide ZWEI Armbänder. Ich trage Roségold am rechten Arm (ihres), Silber am linken (meines). Sie trägt's umgekehrt. Es ist albern. Es ist auch das, was 12 Jahre Brunch-Sonntag bedeutet.
Wir haben jetzt beide vier Armbänder im Umlauf — zwei je Person. Eine Brunch-Bekannte hat letzten Sonntag gefragt, was wir da am Arm haben. Wir haben erzählt. Sie hat sich für ihre Schwester eines bestellt. Wir haben gelacht. Brunch Nr. 318 hat sich genau wie die ersten 317 angefühlt — nur jetzt mit Klick-Geräusch, wenn die Armbänder an die Tasse stoßen.
Warum ich diesen Text schreibe
Brunch ist trivial. 12 Jahre Brunch ist nicht trivial. Was ich an Kerstin habe, ist nicht der Brunch — es ist die Person, die seit 12 Jahren auf dem gleichen Stuhl gegenüber sitzt, ohne Erwartung, ohne Dramatik, einfach da.
Wenn du auch ein stilles Ritual mit jemandem hast — ein wöchentlicher Anruf, ein monatlicher Spaziergang, eine jährliche Tradition — dann lass es nicht verschwinden, ohne dass es gewürdigt wird. Kerstin und ich werden noch viele Brunches haben (hoffentlich noch 312, dann sind wir 51 und 53). Aber wir haben jetzt was, das die 13 Tage zwischen jedem Brunch füllt.
Wenn du auch ein stilles Ritual hast — gib ihm das Geschenk, das es verdient.
Das gleiche Set, das Kerstin und ich tragen — zwei gravierte Armbänder im Bundle, Designed in Germany.
- 2× Edelstahl-Armbänderhypoallergen, lebenslange Gravur-Garantie, Designed in Germany
- Viele Designs frei kombinierbarSchwesterherz · Seelenschwester · Herzensfreundin · Tochterherz · Per Aspera Ad Astra · Herzensmensch u. v. m.
- 3 Geschenke gratis dabeiGeschenkbox + Pflegetuch + Überraschungsarmreif (Wert €42,70)
- 30 Tage Geld-zurückRisikofrei testen, kein Kleingedrucktes
Wenn dich die Geschichte überzeugt hat — hier ist das Set.
Mein Set ansehen →PS Wenn ihr ein Ritual habt, das nie ausgesprochen wurde — besprich es nicht beim Bestellen. Bestell einfach. Gib's beim nächsten Treffen ohne Vorwarnung. Rituale, die durch Worte erklärt werden, verlieren die Hälfte ihres Zaubers. Sie wird es genauso verstehen, wie du es meinst — weil ihr beide das gleiche Ritual lebt. Sie wird es schon wissen. Direkt zum Set →
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